Ich arbeite zur Zeit an einem Manuskript über das Maß der Ordnung. Es ist ein essayistischer Band über die Frage, wie Demokratien funktionieren, ohne Einigkeit zu verlangen – und wie sie scheitern, wenn Verfahren, Neutralität und Rechtswege erodieren. Ausgehend vom Gedanken des „neuen Untertans“ zeigt das Buch, wie Unfreiheit heute selten als offene Herrschaft erscheint, sondern als internalisierte Anpassung: unter ökonomischem Druck, in Resonanz-Öffentlichkeiten, durch soziale Vergleichslogiken und die Versuchung politischer Abkürzungen. In klaren Essays, Fallstudien, Intermezzi und „Werkstatt“-Kapiteln übersetzt der Band politische Theorie in überprüfbare Praxis: Ausnahme-Matrix, Drift-Diagnostik, Protest-Übersetzung in Verfahren, Neutralitäts- und Säkularitäts-Check sowie Begriffskarten als Nachschlageinstrument. Ein eigener Schwerpunkt liegt auf dem säkularen Staat als Konflikttechnik: weltbildneutral, aber konsequent gegen Zwang, Gewalt und Diskriminierung. Das Ergebnis ist ein lesbares, didaktisches Buch für eine breite Öffentlichkeit – zugleich Analyse und Werkzeugkasten für alle, die Ordnung nicht als Gehorsam, sondern als maßvolle Bindung von Macht verstehen. Hier ein kurzes Video zum Manuskript.